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Max Bill und die Patria Schreibmaschine

Der Architekt Max Bill (1908 - 1994) entwarf 1944

ein Schreibmaschinenmodell für die Schweizer Marke "Patria"

Der Schweizer Max Bill (1908 - 1994) verstand sich selbst als Architekt, war aber auch Maler, Bildhauer und Designer. Betreffend die industrielle Fertigung von Massenkonsumgütern "bestand er aber [als architekt] auf jener innigen verbindung der industrieform mit attributen wie zweckmässigkeit, brauchbarkeit und schönheit, die er später auf die formel 'übereinstimmung aller funktionen = gestalt' bringen sollte." (3, S. 102) 1944 entwarf Max Bill ein Schreibmaschinenmodell für die Schweizer Marke "Patria". (1)(3, S. 102)

Patria typewriter

"Patria" Schreibmaschine, Design: Max Bill (1944). Vergleiche: (3), S.107

Es war dies der erste Industrieauftrag Max Bills. (3, S.102) "bill fragte sich, ob er 'so etwas überhaupt machen könne und dürfe.' eine über die bestehende mechanik gestülpte modische form - als 'für eine saison bestimmte zutat' - konnte auf keinen fall in frage kommen. in allerhand kämpfen mit dem fabrikanten erreichte er schliesslich eine klarere ausprägung des typischen, etwa durch eine stärkere wölbung des typenkranzes, einen expressiv geformten schalthebel oder eine mit der äusseren form korrespondierende leertaste. die summe dieser massnahmen reichte aus, um jene 'formeinheit mit differenzierten rundungen' zu erzeugen, die bills konkurrent hans bellmann noch 1967 als eine von drei vorbildlichen produktformen auswählte: 'die form ist so neutral und selbstverständlich, dass sie für mich zum [in-]begriff der schreibmaschine geworden ist.' " (3, S.102) Heraus kam eine stromlinienförmige Karosserie samt expressivem Schalthebel. (5)

Max Bill Patria Skizze

Max Bill, Skizze zur "Patria" Schreibmaschine (Entwurf 1944). Quelle: (3), S.102

Die Überarbeitung der "Patria" war Max Bills Durchbruch auf produktgestalterischem Feld, auf dem er sich in den 1940er bis 1960er Jahren intensiv umtat. (5) "Bis in die 1990er Jahre war sie noch weit verbreitet." (5)

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Quellen:

(3) Arthur Rüegg, produktdesign, in: Thomas Buchsteiner, Otto Letze (edit.), max bill, maler, bildhauer, architekt, designer, Hatje Cantz Verlag, 2005, S. 102-104. (footnotes omitted)

(5) Geistreicher Gestaltungsfreak mit Liebe zur Knappheit. Eine facettenreiche Doppelretrospektive in seiner Geburtsstadt Winterthur würdigt Max Bill zum 100sten Geburtstag, Gewerbemuseum Winterthur, http://www.feichtner-mizrahi.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id147469-/ausstellungen_berichtdetail.html?_q=

 

© G. Sommeregger 2009