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Mercedes Elektra 2

Mercedes Büromaschinen-Werke A.G.

 

1927 - 1933

 Mercedes Elektra Schreibmaschine

Mercedes Elektra 2

Modell Mercedes Elektra Mod. 2 model
Typ elektrische Standardschreibmaschine / electric office typewriter type
Konstrukteur / Erfinder Carl Schlüns (2) inventor
Hersteller Mercedes Büromaschinen-Werke A.G., Zella-Mehlis, Deutschland (2) manufacturer
Produktionsort Zella-Mehlis, Thüringen, Deutschland (2) place of production
Seriennummer (Baujahr) 3859 serial number (year made)
Tastatur deutsche Schweiz / Swiss German keyboard
gebaut von - bis Ab 1921 (2) 1923 (3) / Modell 2: 1927 (3) - 1933 (3) production years
Anmerkungen   remarks
Händler "J. Witzemann, Schreibmaschinen, Winterthur, Turmhaldenstr. 10" original reseller
Status Sammlung Alfred R. Wepf status
Gesamtstückzahl (alle Modelle)   numbers made (all models)

Mercedes Elektra Schreibmaschine 

Mercedes Elektra Schreibmaschine 

Mercedes Elektra Schreibmaschine 

Mercedes Elektra Schreibmaschine 

Mercedes Elektra Schreibmaschine 

Mercedes Elektra Schreibmaschine 

Mercedes Elektra Schreibmaschine 

Herzlichen Dank an Alfred R. Wepf für das Ausstellen seiner Maschine auf typewriters.ch!

mercedes elektra ad

courtesy of Linderesa on flickr.com

 

Mercedes Elektra Schreibmaschine 

Ingenieur Carl Schlüns

Carl Schlüns Mercedes

Carl Schlüns (1870 - 1936). Quelle: rechenschieber.org

Carl Schlüns (1870 - 1936) war im Januar 1907 (4) bei Mercedes eingetreten und entwarf ab der Mercedes 2 alle Modelle. So auch die Mercedes Elektra. (2)

"Schlüns, Karl, geb. 12. Mai 1870 als Sohn eines Baumeisters zu Hagenow, Mecklenburg, studierte auf dem Technikum Neustadt, Mecklenburg, und fuhr nach Beendigung seines Studiums als Maschinenassistent beim Norddeutschen Lloyd zur See. Er war dann als Ingenieur in Schmölln und Gotha, als Chefkonstrukteur in Stuttgart, als Chefingenieur in Schramberg, schliesslich als Werkstattorganisator bei der AEG. in Berlin tätig. 1907 [...] wurde er von Dr. Gust. Metz als Konstrukteur und Leiter der neugegründeten Mercedes-Büromaschinenwerke verpflichtet."(2, @ 515).

"Es waren dort kaum 120 Mann beschäftigt, und es wurden täglich 3-4 Maschinen fertiggestellt. Das Mod. 2 der Mercedes (1908) und alle folgenden Modelle stammen von ihm. Im Laufe der Jahre verbesserte er die Mercedes mehr und mehr und schuf im Jahre 1914 die Mercedes Elektra, die erste fabrikmässig hergestellte elekrtrisch angetriebene Typenhebel-Schreibmaschine , deren Herstellung jedoch durch den ersten Welkrieg zurückgestellt werden musste und die erst 1924 auf dem Markt erschien."(2, @ 515).

 

Alfred R. Wepf demonstriert seine Mercedes Elektra

Ernst Martin berichtet: "Die Arbeiten an dieser [Maschine] waren bereits 1914 soweit abgeschlossen, dass beabsichtigt wurde, die Maschine in Fabrikation zu nehmen. Dieser Plan wurde durch den Kriegsausbruch zunichte gemacht, und erst 1919 konnte die Weiterarbeit an diesem Modell wieder aufgenommen, 1921 die Maschine herausgebracht werden." (2, @363)

"Die ursprüngliche elektrifizierte Mercedes hat das gleiche Aussehen wie eine gewöhnliche damalige Mercedes, nur an der rechten Seite hat sie einen kleinen Anbau, welcher den Elektromotor enthält und dieser steht durch einen Steckkontakt mit der Lichtleitung in Verbindung. Zu jeder Stromart und Stromstärke wird ein besonderer Motor geliefert." (2, @363)

patent

US Patent 1579151 vom 30. März 1926: Front- und Oberansicht der Mercedes Elektra

patent 2

Antriebsprinzip ist eine durch den Strom angetriebene ständig rotierende Walze. Bei Berührung werden die Typenhebel durch sie auf die (Schreib)Walze geschleudert. "Der Typenabdruck wird durch die elektrische Kraft bewirkt, die man durch die Tastenberührung eingeschaltet hat. Der Anschlag bleibt immer gleich. [...] Die Kraft wirkt auf eine durchgehende Welle, die sich infolgedessen mit grosser (übrigens regulierbarer) Schnelligkeit dreht." Die Bedienung und das Schreiben war nunmehr komfortabel: "Ein ganz geringer Druck von 2 mm genügt, um die Typenhebel gegen die Walze zu schleudern. Von Druck kann man eigentlich nicht sprechen, denn die benötigte Kraft ist geringer als jene, die sich ergibt, wenn man den Finger einfach fallen lässt." (2, @363)

mercedes electra model 1

Ursprünglich waren nur die Tasten und Umschalter (für Grossbuchstaben) elektrifiziert. Die Wagenrückführung wurde erst später elektrisch - beim hier vorgestellten Modell ist sie es bereits.

Das Modell 2 erschien 1927, Modell 3 1933. (2) Auch nach dem 2. Weltkrieg wurden noch Mercedes Elektra produziert (siehe hier).

Als Buchungsmaschine adaptiert war die "Rechnende Mercedes Elektra" oder kurz "Rechnende Elektra" von 1924: (4)

rechnende Elektra calculating

Quelle: rechenschieber.org (4)

Das Rechenlexikon.de stellt noch eine grössere Buchungsmaschine, die "Mercedes Addelektra", vor: (5)

addelektra

Mercedes Addelektra. Quelle: rechnerlexikon.de

 

mehr Mercedes Elektra Schreibmaschinen im Web:

- W. Davis / T. Elster Gallery

- Finnish Typewriter Museum

- A. Betzwieser

mehr zu elektrischen Schreibmaschinen:

- R. Messenger

Quellen / sources:

(1) Serial Number Database, tw-db.com

(2) E. Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aachen 1949.

(3) H. F. W. Schramm, Liste der Herstellungsdaten deutscher und ausländischer Schreibmaschinen, Hamburg, Burghagen, 11. Auflage 1962.

(4) Christine Krause, Ilmenau Dieter Jacobs, Suhl, Von der Schreibmaschine zu Mikrorechnersystemen. Der Beitrag der Mercedes Büromaschinen-Werke / Robotron-Elektronik Zella-Mehlis zur Entwicklung der Rechentechnik in der DDR (Treffen der Rechenschiebersammler Erfurt, 22. bis 23. März 2009), http://www.rechenschieber.org/zella.pdf (visited 9.10.2011)

(5) Mercedes Addelektra, in: Rechnerlexikon. Die große Enzyklopädie des mechanischen Rechnens, http://www.rechnerlexikon.de/artikel/Mercedes_Addelektra (visited 9.10.2011)

© G. Sommeregger 2011

created 2011-10-09 last update 2012-06-12

Danke für Kommentare und Korrekturen. Thank you for comments and corrections.