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Hermes 2000

Hermes 2000 logo

Inhalt:

I. Geschichte der Hermes 2000

II. Modellübersicht

III. Lizenzmodelle und andere Namen

Modell Hermes 2000 model
Typ Portable type
Konstrukteur / Erfinder Giuseppe Prezioso inventor
Hersteller

E. Paillard & Cie. S.A., Yverdon

manufacturer
Produktionsort Yverdon, Schweiz place of production
Seriennummern in der Sammlung (Baujahr)   serial numbers in my collection (year made)
gebaut von - bis 1933 (5, 8) (9) - 1960 (5, 8) production years
Farbband 13 mm Durchmesser ribbon
Farbbandspule DIN 2103 spool
Gebrauchsanleitung download hier manual
Anmerkungen   remarks
Patente   patents
Geschichte   owner history
Gesamtstückzahl (alle Modelle)   numbers made (all models)

Informationen zur Altersbestimmung mithilfe der Fabriknummer (Seriennummer) finden Sie hier.

Für das Nachfolgemodell Hermes 3000 sehen Sie hier.

Zur Firmengeschichte, sehen Sie hier.

Paillard S.A., Yverdon

Paillard logo

Die Hermes 2000 kam 1933 auf den Markt. Sie war die erste Kleinschreibmaschine aus dem Haus Paillard und begründete die erfolgreiche Exportgeschichte der Firma. Über fast drei Jahrzehnte wurde sie in verschiedenen Formen angefertigt, bis sie von der "Hermes 3000" abgelöst wurde. Die Herstellung lief 1960 aus. (5, 8)

Die Hermes Media war eine verbilligte Version der Hermes 2000. Sie wurde ab 1936 hergestellt. Optisch ist der Unterschied zwischen den Modellen 2000 und Media gering, aber auch einfach auszumachen: Bei der Hermes Media fehlt über der Rücktaste links der Tabulatorsetzhebel, der bei der Hermes 2000 ab 1937 vorhanden ist. Weiter fehlt auf der Rückseite der Drehknopf zum Regulieren der Anschlagstärke.

I. Geschichte der Hermes 2000

Still Life with Hermes 2000

Zur Entstehungsgeschichte der Hermes 2000: Italienische Wurzeln - der Konstrukteur Giuseppe Prezioso

fiera di milano 1932

Albert Paillard (1881 - 1937) muss 1932 nach Mailand gereist sein, um an der in diesem Jahr vom 12. bis 27. April stattfindenden Fiera di Milano, der Mailänder Messe, teilzunehmen. F. Cardelli berichtet, dass er dort die von Giuseppe Prezioso entworfene Schreibmaschine gesehen hat und als für revolutionär befunden habe. (18) Dass es sich um das Modell der später als "Hermes 2000" produzierten Schreibmaschine handelt, erschliesst sich aus späteren Quellen. (19) Nach einer anderen Quelle war es der Cousin und Mitgeschäftsführer von Albert Paillard, Edouard Thorens (1881-1954), damals Direktor der Fabrik in Yverdon, der auf Anraten von L.M. Campiche im Mai 1932 nach Mailand fuhr, um Preziosos Modell in Augenschein zu nehmen. (32) Wieder nach einem anderen Bericht war es der Büromaschinenhändler August Baggenstos, der den Kontakt zwischen Paillard und Giuseppe Prezioso vermittelte. (36) Aus Dank habe Baggenstos dann die Generalvertretung für alle Hermes-Portable Schreibmaschinen für die deutsche Schweiz erhalten. (36) Bis dahin hatte Louis-Marius Campiche die Generalvertretung für die gesamte Schweiz über gehabt.

Jedenfalls sind sich Giuseppe Prezioso und die E. Paillard & Co. in Yverdon schon bald nach der Messe handelseinig geworden. Prezioso arbeitete dem Vernehmen nach zu dieser Zeit bei Oliver (31), oder aber war früherer technischer Direktor bei Olivetti. (32) In einem eingeschriebenen Brief vom 25. Mai 1932 bestätigt die Firma dem italienischen Ingenieur die offensichtlich am Vortag getroffene mündliche Vereinbarung und detailliert die Vertragsbedingungen. (20) Die Vereinbarung enthält zwei Teile: einerseits kaufte Paillard das von Prezioso ersonnene Portable Schreibmaschinenmodell und alle zugehörigen Patente, sowie das exclusive Produktionsrecht und Exportrecht weltweit; andererseits wurde Prezioso als Konstrukteur bei Paillard angestellt. (20) Sein Gehalt belief sich auf monatlich 650 Franken. (20)

Nach F. Cardelli wurde auch der Verkäufer der Maschine an der Messe, ein "G. Thiebon", angestellt. (18) Dabei dürfte es sich um den im Paillard Nachlass genannten Gautier Thiében (21) handeln, der auch als Gualtiero Thieben erwähnt wird. (31) Dieser - ebenfalls von Oliver Abgeworbene - sollte später nicht unmassgeblich am Erfolg der Hermes Baby beteiligt sein: "Er erfand den Namen Hermes Baby, betrieb ein modern anmutendes Marketing und konnte den schwierigen US-Markt für die Hermes- Maschinen erobern." (31)

Das Übereinkommen vom Mai 1932 sollte der Beginn einer langen und fruchtbaren Zusammenarbeit von Prezioso und der Firma Paillard sein. Schon im November 1933 finden wir einen weiteren Vertrag, der sich auf die Planung für die Hermes Baby Schreibmaschine bezieht. (22)

Albert Paillard Giuseppe Prezioso
Albert Paillard (1881 - 1937), s.d., ACV PP 680 2917 Giuseppe Prezioso, s.d., ACV PP 680 / 2900

Zur Genealogie der Hermes 2000 - mögliche Abstammung von der Oliver Portable

Als Paillard 1932 G. Prezioso an Bord holte, war dessen Entwurf für die spätere Hermes 2000 Schreibmaschine praktisch schon produktionsreif. Ein erhellender Artikel von K. Steiger beschreibt jedoch, dass dieser Entwurf nicht aus dem Nichts kam. (35) Giuseppe Prezioso, der von der Firma Oliver Typewriter (Italy) Ltd. abgeworben wurde, ist nach K. Steiger massgeblich an der Konstruktion der Oliver-Portable beteiligt gewesen. (35) Die neue Maschine sei keine Neuschöpfung, sondern eine verbesserte Version der Oliver Portable gewesen. (35)

Oliver portable typewriter Hermes 2000

Oliver portable typewriter, serial number K26800 and Hermes 2000, serial number 37567 (ca. 1937).

A. Witzemann kommentiert diese These wie folgt (35): "Die nahe Verwandtschaft der beiden Fabrikate belegt die Tatsache, dass der Rahmen der Wagenschrittschaltung in Hermes-Ausführung aus AL-Druckguss bei Reparaturen mit einigen Anpassungen in die Oliver eingebaut werden konnte (Oliver hat u.a. englische Gewinde)."

Zur Namensgebung

[sito in allestimento]
Hermes 2000 
Zeitgenössische Reklame, s.d.

Der Gang der Geschäfte

Bezüglich der Hermes 2000 (und seiner verbilligten Version, der Hermes Media) gibt es einen weiteren Vertrag zwischen Prezioso und E. Paillard & Cie. vom 10. Januar 1939. (23) Darin ist festgehalten (meine Übersetzung aus dem Französischen): "Um Herrn Prezioso zur Aufrechterhaltung seiner Zusammenarbeit bei der Arbeit zur Perfektionierung des Modells Hermès 2000 (und Hermès Media) zu motivieren, gewährt ihm E. Paillard & Cie. ab dem ersten Mai 1938 eine Prämie von einem Franken pro von ihnen hergestellter Hermès 2000 oder Hermès Media." (23) Diese Prämie sollte bis zum 1. Mai 1943 bezahlt werden, und darüber hinaus so lange, als G. Prezioso mit Paillard zusammenarbeitete. (23)

Bezüglich die an Prezioso auf Basis dieses Vertrags ausgezahlten Prämien gab es in Folge einen Rechtsstreit zwischen Paillard und der Ausgleichskasse ICA des Kantons Waadt. Letztere besteuerte die an Prezioso zwischen 1.2.1940 und 30.4.1944 bezahlte Summe von 51.768 Franken mit 4% (24), wogegen Paillard Berufung einlegte und damit im Oktober 1945 auch Recht bekommt. (25) Dies ist eine interessante Zahl, da sie genaue Rückschlüsse über die Produktionszahlen in diesem Zeitraum zulässt. Inflationsbereinigt für 2010 entsprechen 51.768 damalige Franken übrigens 358.988 Franken. (26)

Giovanni Prezioso war für Paillard im wahrsten Sinne des Wortes "wertvoll". Neben den Export- und gar Welterfolgen der Hermes 2000 / Media und Hermes Baby finden wir seinen Namen im Zusammenhang mit vielen anderen Projekten, z.B. der Konstruktion einer vereinfachten Schreibmaschine (27), Rechenmaschinen (28), oder Buchungsmaschinen nach dem System "Ruf" (29).

Ein mit 29. März 1946 datierter Vertragsentwurf garantiert Prezioso ein Minimumeinkommen von 36.000 CHF pro Jahr. (30) Als Gegenleistung hat er seine Arbeit als Erfinder von Büromaschinen ("inventeur en machines de bureau") fortzusetzen, vor allem mit dem Ziel der Entwicklung neuer Modelle. (30) Für jede neue Maschine würde ein gesonderter Vertrag abgeschlossen werden. (30) Ein Vertrag vom 30. November 1948 enthält Präzisierungen zum Vertrag vom 29.3.1946, z.B. Details zu den für ein neues Modell zu zahlenden Stückprämien. (27)

Hermes 2000 typewriter

"Die vollkommenste Portable-Schreibmaschine"

Die Hermes 2000 kam 1933 auf den Markt. (5, 8) (9)

Die Produktion der Hermes 2000 war für Paillard so was wie ein Neubeginn im Schreibmaschinengeschäft. Der erste Anlauf waren die Bemühungen um die Konstruktion einer Standardmaschine gewesen. Die Planungen waren hier schon vor dem Ersten Weltkrieg begonnen worden, jedoch kam die erste marktreife Maschine, die Hermes 2, erst 1923 heraus. Aber auch in den nachfolgenden Jahren verlief der Verkauf nur schleppend, was mit der starken Konkurrenz, aber auch mit Qualitätsmängeln des Produkts zu tun hatte.

Dieser zweite Anlauf im Schreibmaschinengeschäft sollte anders werden. Tatsächlich handelte die Paillard-Führung rasch, als sie von G. Preziosos Mailänder Schreibmaschinenmodells Wind bekommen hatte, und engagierte zusätzlich zum Kauf des Modells und der zugehörigen Patente ab Mai 1932 auch den Ingenieur Prezioso selbst (s. oben).

Die weitere Produktionsgeschichte verlief rasch: schon am 1. August 1932 , also kaum drei Monate nach dem Kauf der Maschine, entschied der Aufsichtsrat die Fabrikation derselben. (33) L. Tissot führt als Erklärung für den raschen Rythmus zwei Punkte ins Treffen: erstens habe die wirtschaftliche Situation der Firma diese zum raschen Handeln gezwungen; und zweitens sei das von Prezioso gekaufte Modell schon praktisch fabrikationsreif gewesen. (32, @384f.) Weiter plant Paillard diesmal - im Gegensatz zur Einführung der Standardschreibmaschine - grosszügig und stellt genügend Mittel für die Adaptation der Fabrikationsstätte in Yverdon zur Serienmontage der Hermes 2000, als auch für qualifiziertes technisches Personal zur Verfügung. (32, @385) Für die Vermarktung wurde Gualtiero Thieben engagiert. (32, @385)

Im Frühjahr 1933 wird die "Hermès 2000" in der Zeitung wie folgt angekündigt: "Hermès 2000 wurde nach ganz neuen Richtlinien gebaut und präsentiert einen bisher nicht gekannten Vollkommenheitsgrad der Kleinmaschine." (17)

Als besondere Merkmale werden hervorgehoben: "Abgebremster, von vorn einstellbarer Tabulator, von vorn einstellbare Randsteller, Sparschaltung, Stechwalze, leiser Gang, einzigartige Formschönheit und bahnbrechender Verkaufspreis [...] 20 ausschliessliche Vorteile und 10 neue Patente!". (17)

in: Neue Zürcher Zeitung, 6. März 1933  

Zwei Jahre nach der Hermes 2000 war die Hermes Baby auf den Markt gekommen. Sie verkaufte sich gleich im ersten Produktionsjahr sehr gut. (vgl. 32, @386). Mitte 1936 bereitet der Erfinder beider Maschinen, G. Prezioso, ein neues Konzept vor. (32, @386) Der daraus resultierende Plan sieht die Einführung einer neuen Hermes 2000 für den Exportmarkt, sowie einer vereinfachten Hermes 2000 für den Schweizer Binnenmarkt und einer merkbar verbesserten Standard Büromaschine vor, die der Konkurrenz besser Paroli bieten sollte. (32, @386)

Daraus resultiert die neue Hermes 2000 mit Tabulatorsetzerhebel und einem speziellen Drehknopf, mit dem sich die Anschlagstärke regulieren lässt.

 Hermes 2000
Hermes 2000, n° 475225 (1948)

 

Hermes 2000

DU 1949-10 Hermes 2000 
in: DU, Okt. 1949

Technisch ist die Maschine sehr stark. Mit Hilfe des Drehknopfs an der Rückseite kann die Schreibstärke reguliert werden, der Schreibfluss ist schnell und angenehm.

Hermes 2000 - Made in Switzerland
Drehknopf auf der Rückseiter der Hermes 2000 n° 475225

In den 50er Jahren erscheint die Hermes 2000 optisch verändert mit Blocktasten.

 Hermes 2000
Hermes 2000, Serial number 2117863 (1955), courtesy of GTHawk, on Flickr

Hermes 2000 Anleitung

Bedienungsanleitung download (pdf)

DU 1953-10 Hermes 2000 
in: DU, Okt. 1953. Die neue Hermes 2000 wird angekündigt
   
2000 mint 
Hermes 2000, # 2216512 (1959), © cwededekind auf flickr

Die letzte Version der Hermes 2000 hat ein Design, das der Neuausgabe der ersten Hermes 3000 gleicht. Zu sehen vor allem am geänderten Logo, und an den lindengrünen Tasten. (3)

Die Herstellung lief 1960 aus. (5, 8)

II. Modellübersicht Hermes 2000

Klassifizierungen sind relativ, aber man könnte folgende Formen unterscheiden (danke für Ihr feedback und Korrekturen):

- Hermes 2000 von 1932/33 bis 1940 (Stil 1). Den Setzkolonnensteller (Hebel zum Setzen und Einzellöschen der Reiter, Tabulator), der ober dem Tastenfeld links angebracht ist, gibt es erst seit 1937. (4)

- Hermes 2000 ab 1940 bis 1960 (Stil 2). (6) Charakteristisch ist der neue Spulendeckel. Von Stil 2 gibt es wiederum mehrere Varianten. So ändert sich die Tastatur chronologisch so: dünne schwarze runde Tasten, dicke rechteckige Tasten, dicke rechteckige Tasten pistazien-grün.

Wahrscheinlich gibt es mehr Varianten, als hier bisher erfaßt sind. Sollten Sie ein abweichendes Modell besitzen (z.B. andere Tastenform oder Material, oder Farbe) bitte ich Sie um Mitteilung (e-mail).

Die Übersicht beinhaltet auch Seriennummern. Diese sind die jeweils mir bekannten tiefsten und höchsten Seriennummern an. Ich möchte Sie bitten, mir jeweils "höhere" oder "tiefere" Seriennummern mitzuteilen (e-mail).

Die Seriennummer findet man, indem man den Wagen (die Walze) ganz nach links schiebt. Wenn man dann von oben auf die Maschine schaut, ist die Nummer auf der rechten Seite zu sehen.

MODELLÜBERSICHT HERMES 2000 und HERMES MEDIA / TABLE OF KNOWN HERMES 2000 and HERMES MEDIA VARIANTS

Anhand dieser Tabelle können Sie hoffentlich Ihr Modell zuordnen. Wenn Sie eine bisher nicht erfasste Variante haben, oder Fehler entdecken, danke ich für Ihre Mitteilung. Vor allem danke ich für die Mitteilung "höherer" oder "niedrigerer" Seriennummern zu den jeweiligen Varianten! e-mail

Anmerkung: diese Seriennummern beziehen sich auf die mir bekannten Seriennummern, sind also keine absoluten Grössen. Die Nummern ganz links (1a, 1b, etc.) sind keine offiziellen Modellbezeichnungen, sondern eine von mir verwendete Nummerierung zur besseren Übersicht.

THANK YOU for contributing "lower" or "higher" serial numbers! e-mail

Remark: the serial numbers given refer to the lowest and highest serial numbers not in absolute, but known / communicated to me. The numbers in the left column (1a, 1b, etc.) are attributed for orientation only, and are not official model numbers.

typ* Modell Hermes 2000

Kennzeichen / features

dick gedruckt bezeichnet Unterschied zum Vorgängermodell / fat print indicates change to prior model

Seriennummern + Datum / serial numbers + year Entsprechende Hermes Media
Stil 1: 1933 (5, 8) - 1960 (5, 8). Von Japy Frères ab 1934 als Japy Mod. 50 hergestellt (4); eine abgespeckte Version erschien ab 1936 als Hermes Media; in GB als Empire Junior verkauft (8, @117); auch als "Ruf" verkauft / produced by Japy Frères under the name of Japy Mod. 50 since 1934 (4); simplified model sold as Hermes Media; sold in the UK as Empire junior (8, @117); also sold as "Ruf" for Ruf accounting
1a
 Hermes 2000  
Hermes 2000 n° 20656 (1933) © Tilman Elster Collection 2010  

1933 (5, 8) - 1936/37 (4)

zwei eckige Spulendeckel; Tasten aus Glas mit Metalleinfassung; noch ohne Setzkolonnensteller (kein Hebel über Tastatur links) / 2 square ribbon covers; metal-framed glass keys; no tab lever

 

20001 (5) - ?

niedrigste bekannt Seriennummer 20656 (1933, Ringtasten, schwarze Tasten, Tilman Elster Collection 2010) - 22448 (1934, Ringtasten, weisse Tasten, Annonce auf tutti.ch, Aug. 2012)

noch keine Hermes Media / not yet on the market
1b
 hermes 2000
Hermes 2000 n° 23063 (1934)
 Hermes 2000
Hermes 2000, #23389 © Sammlung Th. Fürtig
 hermes 2000
Hermes 2000, n° 28956 © P. Campiche
  zwei eckige Spulendeckel, Kunststofftasten; noch kein Setzkolonnensteller / two square ribbon covers, plastic keys; no tab lever 23063 (niedrigste mir bekannte, 1934, Augenschein) - 23389 (1934, Th. Fürtig collection) - 28956 (höchste, 1935, Ph. Campiche collection) noch keine Hermes Media / not yet on the market
1c
 hermes
Hermes 2000, n° 37567 (1937)

1936 (s. rechts) - 1939/40 (6)

zwei eckige Spulendeckel; neu mit Setzkolonnensteller (Hebel über Tastatur links); dünne runde Kunststofftasten / 2 spool covers, tabulator lever (on left side); thin round "plastic" keys

hermes logo

? - 60000 (5)

33473 (1936, niedrigste bekannte Nummer, Sammlung B. Reich 2012) - highest known 43664 (1939, Polt collection)

 

 

Stil 2: Das Jubiläumsmodell von 1940 / Jubilee Model 1940 (1940 - 1960)

Nach Schramm 1961 beginnt das Jubiläumsmodell mit einem Sprung von 60000 (letzte Vormodellnummer) zu 360001 (erste Nummer des Jubiläumsmodells). (5) Die Produktion der Hermes 2000 wurde im März 1960 eingestellt. (35)

2a
 Hermes 2000
Hermes 2000, n° 381088 (1941)

 

1940 (5, 6) - ?

neugestaltete übergreifende Spulenabdeckung und geschlossene Front, charakteristisches Logo / new ribbon cover lid and logo

hermes 2000 jubilee

360001 (5) - ?

380642 (1941, Augenschein) - 381088 (1941, G. Sommeregger 2011)

 

 

2b Hermes 2000 

ca. 1940s

1947 (11)

 

1950 (16)

ein durchgehender Spulendeckel; dünne runde Kunststofftasten, neuer Schriftzug / single ribbon spool cover; thin round "plastic" keys; new decal

logo silber rot

hermes media logo

455226 (1947, Augenschein) - 475225 (1948, eigene Sammlung)

diese entspricht folgender Hermes Media: bei dieser sind die Spulendeckel weiterhin getrennt.

 Hermes Media typewriter  
Hermes Media n° 445822 (1946), Alfred R. Wepf collection  
2c
 hermes 2000  
Hermes 2000 n° 2045554 (1952), courtesy machines of loving grace  
Hermes 2000 
Hermes 2000, 2041965 (1952), © retrotech geneva 2012
ca. 1950s

ein durchgehender Spulendeckel; dicke eckige Kunststofftasten; braune Leertaste und braune Ecken; Farbe grün oder grau / single ribbon spool cover; thick square "plastic" keys; green or grey colour

mir bekannte Nummernlage: 2032233 (1951, Mitteilung R. Schweizer) - 2041965 (1952, retrotech geneva 2012)

 

 
2d
 Hermes 2000
Hermes 2000, Serial number 2117863 (1955), courtesy of GTHawk, on Flickr
ab ca. 1954 hermes 2000 logo

 

mir bekannte Nummer: - 2117863 (1955, GTHawk, Flickr)

 hermes media  
Hermes Media, n° ??? (19??), as seen by Adwoa on retrotech geneva  
2e ? ca. 1957 hermes 2000 logo

 

 

2000 
Hermes Media, # 2162833 (1957), © A. Sommer 2012
2f
Hermes 2000 
Hermes 2000, # 2238195 (1960), Sammlung Alfred R. Wepf 2012
ca. 1957 - 1960

lindgrüne dicke eckige Tasten; neuer eckiger Schriftzug / thick square pistache green keys; square model name plate

logo

mir bekannte Nummern: 2177853 (1957, Y. Lenchon) - 2238195 (1960, Alfred R. Wepf 2012)

 

 
* keine offizielle Modellbezeichnung, dient nur zur besseren Unterscheidung

III. Lizenzmodelle, Versionen unter anderem Namen

Die Hermes 2000 war ab 1933 in Produktion. Die Hermes Media wurde ab 1936 hergestellt und war eine verbilligte Variante der Hermes 2000: "Es fehlen Kolonnensteller und die Regulierbarkeit des Anschlages, beibehalten sind jedoch Zweifarbenband mit Stenzilstellung, automatische Farbbandumkehr, Walzenstechknopf, zwei Wagenlöser." (4) Die Hermes Media wurde zunächst nur für den Schweizer Markt, und erst ab 1938 auch für den Export hergestellt. (4)

Empire Junior

Im Vereinigten Königreich wurde sowohl die Hermes 2000 als auch die Hermes Media als Empire Junior verkauft. (8, @117) Hersteller war mit Lizenz von Paillard die British Typewriters Ltd., West Bromwich, England. (6, @111)

Japy

Ab 1934 wurde die Maschine von der französischen Schreibmaschinenfabrik Japy Frères als Japy Mod. 50 verkauft. (4) Es ist dies die selbe Maschine wie die Etoile.

Étoile

Über die Étoile ist noch nicht viel bekannt. Sie wurde in der Schweiz produziert gleicht mit kleinen Abänderungen - auffällig sind die runden Spulendeckel - der Hermes 2000 / Media.

Etoile
Étoile n° 51428, courtesy Elster Collection 2010

Ruf

Für das Buchhaltungssystem "Ruf" der gleichnamigen Schweizer Firma wurden auch Hermes 2000 Schreibmaschinen leicht angepasst und unter dem Namen Ruf verkauft.

Ruf portable typewriter
Ruf, n° 39501 (1937). Für das Buchhaltungssystem "Ruf" angepasste Hermes 2000. From the Alfred R. Wepf collection
Ruf typewriter
Ruf, n° 385764 (1942) - modified Hermes 2000

 

zum Weiterlesen / read more:

- A. Seaver, Hermes

Abkürzungen:

ACV: Archives cantonales vaudoises

PVCA: Procès verbal du conseil d'administration = Protokoll der Aufsichtsratssitzung der Paillard S.A.

Quellen / sources:

(1) Robert Walter KUNZMANN, Hundert Jahre Schreibmaschinen im Büro. Geschichte des maschinellen Schreibens, Merkur Verlag Rinteln, 1979, p. 164.

(2) Schreibmaschinen Seriennummern Datenbank, http://www.tw-db.com

(3) Alan Seaver, Hermes, http://machinesoflovinggrace.com/hermes.htm (visited 3.12.2010)

(4) Ernst Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Peter Basten, Aachen 1949, p. 293f.

(5) Herbert F. W. Schramm, Liste der Herstellungsdaten deutscher und ausländischer Schreibmaschinen, Burghagen Verlag, Hamburg 11. Auflage 1962

(6) Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Delbrück, Neuauflage 2008, p.179.

(8) Wilfred A. Beeching, Century of the Typewriter, London 1974

(9) Ernst Martin, in (4), gibt 1932 als Startjahr an.

(10) Ph. Campiche, Ma collection, http://www.collection-machineaecrire-campiche-hermes.ch/collec.htm (visited 13.6.2011)

(11) Werbung in DU, April 1947

(12) Werbung in DU, Dezember 1948

(16) Werbung in DU, Dezember 1950

(17) Reklame in: Neue Zürcher Zeitung, 6.III.1933.

(18) Franco Cardelli, I giorni della memoria. Svizzera. Cento anni d'emigrazione nel Nord Vaudois, in: Il Messaggiero di sant'Antonio, s.d., http://www.santantonio.org/messaggero_emi/pagina_stampa.asp?R=&ID=95 (visited 10.7.2011)

(19) z.B. Brief von E. Paillard & Cie., S.A., an die Commission d'Arbitrage des Caisses de Compensation du Canton de Vaud vom 26. Juli 1945, ACV PP 680 / 2849, gesichtet 8. Juli 2011.

(20) Brief Paillard an G. Prezioso vom 25. Mai 1932, ACV PP 680 / 2849, gesichtet 8. Juli 2011.

(21) ACV PP 680 / 2845

(22) Vertrag vom 24. November 1933, ACV PP 680 / 2849, gesichtet 8. Juli 2011.

(23) Übereinkommen ("Convention") vom 10. Januar 1939, ACV PP 680 / 2849, gesichtet am 8. Juli 2011.

(24) Caisse vaudoise de compensation ICA, Relevé de compte, 15.6.1944, ACV PP 680 / 2849, gesichtet am 8. Juli 2011.

(25) Commission d'Arbitrage des caisse de compensation du canton de Vaud, Urteil vom 8.10.1945, ACV PP 680 / 2849, gesichtet am 8. Juli 2011.

(26) Statistik Schweiz, LIK-Teuerungsrechner, http://www.portal-stat.admin.ch/lik_rechner/d/lik_rechner.htm (visited 12.7.2011)

(27) Vertrag vom 30.11.1948, ACV PP 680 / 2849, gesichtet am 8. Juli 2011

(28) Brief "Proposition Prezioso pour machines à calculer", 21.5.1943, ACV PP 680 / 2849, gesichtet am 8. Juli 2011

(29) Brief "Proposition Prezioso à Ruf Comptabilité S.A. Zürich", avril 1943, ACV PP 680 / 2849, gesichtet am 8. Juli 2011

(30) Projet de lettre à M. Prezioso, 29. März 1946, ACV PP 680 / 2849, gesichtet am 8. Juli 2011

(31) swissinfo © Neue Zürcher Zeitung, Annemarie Straumann, Hermes Baby: Das Lieblingskind der Autoren, 2. Nov. 2005, einsehbar auf http://www.swissinfo.ch/ger/Home/Archiv/Hermes_Baby:_Das_Lieblingskind_der_Autoren.html?cid=618120 (visited 12.7.2011)

(32) Laurent Tissot, Innovation technologique et patronat helvetique. Étude de cas Paillard S.A., Yverdon Ste Croix, in: Des économies traditionnelles aux Sociétés industrielles. Études éditées par P. Bairoch et A.-M. Piuz, Droz, Genève 1985, pp. 373-398.

(33) PVCA No. 52 vom 1.8.1932, via (32).

(34) PVCA No. 51 vom 13.5.1932: "Monsieur Ed. Thorens s'est rendu récemment à Milan pour examiner un nouveau modèle de machine à écrire 'portable'; il s'agit d'une machine conçue par l'ancien directeur technique de la maison Oliver d'Italie."

(35) K. Steiger, Von der Oliver-Portable zur Hermes 2000, in: Schreibmaschinen und Bureau-Zeitung, Nr. 3 1997, S. 8 - 10 (mit Annex "Fabrikations-Daten: Hermes 2000 und Hermes-Baby")

Siehe auch: Leonhard DINGWERTH, Die Geschichte der deutschen Schreibmaschinenfabriken, BoD - Books on Demand, 2008

© G. Sommeregger 2009 - 2013

created 12.12.2010, last update 10.2.2012

Versionsgeschichte: 28.8.2011 - zu Artikel von K. Steiger / Oliver - 12.7.2011 zu G. Prezioso